Verwoben

Das Motto steht fest: verwoben

Die Heiligtumsfahrt 2021 (03.-11.06.2021) in Mönchengladbach wird unter dem Motto „verwoben“ stattfinden.

Wenn man auf das Abendmahlstuch schaut, dann erkennt man deutlich die Webstruktur des Tuches – das „Verwobene“. Hinter dem Motto steckt aber natürlich noch mehr.

„Verwoben“ – dieses Wort kennen wir auch als Synonym:

„Verwoben“ im Sinne von: webend verbinden, zusammen-, ineinanderweben.
Die Heiligtumsfahrt soll ein weiterer Schritt auf dem ökumenischen Weg hier in Mönchengladbach sein. Wir möchten uns, gerade in den Tagen der Heiligtumsfahrt, noch stärker mit allen christlichen Geschwistern im Glauben verbinden.

„Verwoben“ im Sinne von: untrennbar miteinander verbunden.
Papst Franziskus verwendet dieses Synonym in seiner Enzyklika „Laudato Si“. Er macht auf die Abhängigkeit zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen aufmerksam. Unsere Rolle als Christinnen und Christen in diesen Systemen wird ein Thema bei der Heiligtumsfahrt sein.

„Verwoben“ im Sinne von: verbraucht.
Wir spüren immer häufiger: Unsere „kirchlichen Ressourcen“, die Struktur der Kirche und in Teilen auch die von ihr vertretene Theologie sind verbraucht. Wie geht es weiter? Das ist  eine Frage und eine Herausforderung für die Heiligtumsfahrt 2021.

"Verwoben" im Sinne von: Webfehler
Da ist etwas schiefgelaufen. Da hat sich ein Fehler im Gewebe eingeschlichen. Der Webstuhl muss angehalten und die falschen Fäden müssen entfernt werden. Übertragen auf die derzeitige Situation der Kirche kann das bedeuten: „Webfehler“ wie Machtmissbrauch, mangelnde Geschlechtergerechtigkeit, Spaltung der Kirchen seit über 500 Jahren … müssen entfernt, korrigiert werden.

In Mönchengladbach verwoben - ökumenisch verwoben - ökologisch verwoben - gesellschaftlich verwoben

ausschnitt_abendmahlstuch (c) Andreas Jütten

Wohin geht die Reise?

Heiligtumsfahrt? Wohin geht's denn? Was ist das?

Obwohl die Mönchengladbacher Heiligtumsfahrt schon auf eine über 500jährige Tradition zurückblicken kann (seit dem Jahr 1456 ist eine Zeigung der Heiligtümer verzeichnet), ist vielen Menschen der Begriff „Heiligtumsfahrt“ fremd. 

Die Heiligtumsfahrt ist eine Wallfahrt, ein „sich auf den Weg machen“ zu den Heiligtümern des Gladbacher Münsters. Ganz praktisch zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto – alleine oder mit einer Gruppe. Heiligtumsfahrt bedeutet aber auch ein „sich innerlich auf den Weg machen“. Die Heiligtumsfahrt möchte Menschen ermutigen, Gott zu suchen, ihn zu ertasten, sich von ihm finden zu lassen, wie der Apostel Paulus es in der Apostelgeschichte sagt (Kap. 17, 27).

Dieses „sich auf den Weg machen“ begleitet die Heiligtumsfahrt mit Gottesdiensten, Vorträgen, Konzerten, Aktionen und Momenten der Ruhe.

map-455769_1280 (c) pixabay.com

Heiligtümer

Das Abendmahlstuch

„Ein Heiligtum ist ein Ort, Gebäude, Gegenstand o. ä. von zentraler religiöser Bedeutung. In den Religionen kommt einem Heiligtum eine besondere Verehrung und Wertschätzung zu.“ So erklärt Wikipedia den Begriff Heiligtum.

Im Zentrum der Mönchengladbacher Heiligtumsfahrt steht ein ca. 90 cm mal 20 cm großes Leinentuch. Ein in lateinischer Sprache verfasster Satz bezeichnet das Stück Stoff als „zum Tisch Christi zugehörig“. Und so wird dieses kleine Stück Stoff seit vielen hundert Jahren als Abendmahlstuch – als Stück einer Tischdecke des letzten Abendmahls verehrt und gewertschätzt.

Das Abendmahlstuch bildet eine direkte Verbindung zu Jesus, und da diese Verbindung grundlegend für alle christlichen Glaubensgeschwister ist, rücken wir im ökumenischen Sinne seit der Heiligtumsfahrt 2014 dieses Stück Stoff in den Mittelpunkt.

In der Schatzkammer ruhen in kostbaren Gefäßen viele Reliquien. Dazu gehört die für unsere Pfarre namensgebende Reliquie des Heiligen Vitus und auch vieler anderer Heiliger. Umrankt von vielen Geschichten ist das Haupt des Hl. Laurentius.

Wer sein Wissen um Heiligtümer und die Mönchengladbacher Heiligtumsfahrt vertiefen möchte, seien folgende Texte ans Herz gelegt:

eroeffnungsgottesdienst_copyright_andreas_juetten (c) Andreas Jütten

Sind die wirklich echt?

Ist die Echtheit wichtig? Wir können die Reliquien und Heiligtümer unabhängig von Echtheitsbeweisen als Anlass sehen, unsere eigene Echtheit zu prüfen. Tun wir, was wir glauben und glauben wir, was wir tun? Lebe ich mein Leben im Einklang mit meinem Nächsten und mit der Schöpfung? Lasse ich Gott in mein Leben?

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